an der Kreuzung der Salzstraße von Halle nach Böhmen und der Frankenstraße gründete Kaiser Lothar ein reichsunmittelbares Benediktinerkloster auf der Höhe oberhalb des Tales vom Flüsschen Chemnitz
die als Reichsfürsten geltenden Äbte des Klosters nutzen die ihnen um 1143 übertragenen Fernhandelsmarktrechte zur Gründung der Stadt Chemnitz im Bereich des heutigen Marktes. Chemnitz erhielt den Status einer freien Reichsstadt, der bis zum Jahr 1308 erhalten blieb
Bereits im Mittelalter wurde die Stadt neben dem Fernhandel vor allem durch die Tuchmacherei und Leinweberei bekannt, was verbunden durch das Bleichmonopol die wirtschaftliche Bedeutung enorm steigerte.
Die großen Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges brachten dem Hauptort der sächsischen Textilindustrie jedoch schwere Rückschläge ein.
Gründung der ersten Manufakturen
begann mit der Aufstellung der ersten Spinnmaschinen der Aufstieg zum “sächsischen Manchester”
während der Fliegerangriffe zum Ende des 2. Weltkrieges wurde die Stadt zu großen Teilen zerstört
nach der Gründung der DDR im Jahr 1949 begann der Wiederaufbau der Stadtstruktur ganz im Sinne einer sozialistischen Großstadt
wurde auf Beschluss der DDR-Regierung eine Stadt gesucht, der man das Vermächtnis von Karl Marx näherbringen wollte. Nach dem sich die Stadtregierung von Leipzig erfolgreich gewehrt hatte, musste Chemnitz in den sauren Apfel beissen & wurde gegen die Meinung der Bevölkerung in Karl-Marx-Stadt umbenannt.
Damit das auch nach aussen hin richtig sichtbar wurde, schuf der russische Künstler Leuw Kerbel im Auftrag der damaligen Regierung die weltweit größte Nachbildung des Kopfes von Karl Marx, der später nach dem man sich damit abgefunden hatte von der Bevölkerung liebevoll Nischel genannt wurde. Auf einem passend großen Betonsockel platziert, wurde am dahinter liegenden Gebäude eine fast 20 Meter hohe Tafel angebracht, auf der der Leitspruch von Karl Marx “Proletarier aller Länder vereinigt Euch” in unterschiedlichen Schriftgrößen & Sprachen verewigt wurde.
Im Laufe der Zeit in der DDR wurde die Industrie wie schon früher hauptsächlich vom Textilmaschinenbau geprägt.
Nach der Wende erhielt die Stadt durch eine Volksbefragung Ihren ursprünglichen Namen Chemnitz zurück. Nur der sogenannte Nischel durfte bleiben, denn irgendwie gehört er nach fast 40 Jahren einfach dazu.
In den ersten Jahren im vereinten Deutschland zeigte der Kapitalismus sein wahres Gesicht. Fast alle der ehemaligen Textilgroßbetriebe wurden aus rein wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Die Arbeiter wurden entlassen und nur zu geringen Teilen in anderen Industriebereichen übernommen. Die meisten der zu diesem Zeitpunkt sehr hochwertigen Maschinen & Anlagen wurden für Schleuderpreise in andere Länder verkauft. Was viele Menschen in den alten Bundesländern nicht wissen, ist die Tatsache das genau dort noch heute jede Menge der ehemaligen Maschinen & Industrieanlagen zu finden sind.
In den letzten Jahren wurde in Chemnitz viel gebaut, manches wurde gut von der Bevölkerung angenommen und manches nicht. Aber insgesamt gesehen hat sich die Stadt erstaunlich gut vom alten Image gelöst.
Sollten Sie in nächster Zeit vorhaben, Chemnitz zu besuchen, bringen Sie etwas mehr Zeit mit, denn in den zahlreichen Museen der Stadt erwartet Sie eine große Menge an Informationen & Sehenswertem vom Anfang bis zur Gegenwart. Auf der Seite Kulturelles finden Sie wichtige Links zu bedeutenden Museen & Ausstellungen. Darüber hinaus gibt es aber auch noch einzigartige weitere Einrichtungen & Kulturdenkmäler die Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen sollten. Mehr dazu auf der Seite Highlights hier in der Rubrik Touristinfos. |